, Girardet Daniel

Problematik Schiessplätze

Aussenschiessplätze werden leider immer mehr begrenzt - wie weiter mit unserem Sport ?

Nachdem die Vereine bereits vor zwei Jahren den tollen Aussenplatz Tegital u.a. wegen Lärmklagen von (drei) Anwohnern verloren haben, wiederholt sich die Situation auf dem Schiessplatz Stiegenhof leider erneut - uns wurde mitgeteilt, dass wir, resp. alle zivile Vereine ab 2027 keinen Platz mehr im Stiegenhof haben werden und uns nach Alternativen umschauen sollen - "Wir danken ihnen für das Verständnis".

Für uns als Verein bedeutet dies, dass wir innerhalb von 6 Monaten einen neuen Platz suchen müssen, was sich jedoch als sehr schwer bis unmöglich herausstellt, da alle Plätze entweder überbucht oder für zivile Vereine ebenfalls schon gesperrt sind - Fazit, wir verlieren unseren Aussenplatz ohne mögliche Alternative, denn einfach in einen Schiesskeller mit 50m Stand zu wechseln ist finanziell nicht machbar.

Wenn man etwas tiefer ins das Thema reinschaut, wird einem die fehlende politische Priorität bewusst, wir sind ein Wettkampfverein, der die Sportarten IPSC, IDPA, PRS-Rimfire sowie 3Gun praktiziert, unsere Mitglieder sind an diversen Matches am Start, wir haben Schweizermeister in unserem Verein und organisieren diverse Matches auch mit, wir sind nicht einfach eine Gruppe von Leuten die "nur zum Schiessen" einen Platz mieten.

Ausgeschlossen werden die Vereine wegen dem Schiesslärm und vermehrter Belegung durch die Armee (wurde schon so für Tegital kommuniziert).
Meines Wissens ist auf dem Schiessplatz bis dato nur eine einzige Lärmklage eingegangen und mit dieser Person konnte ich selber sprechen und mich gütlich einigen.
Auch das Angebot an die Verantwortlichen, dass wir bereit wären, nur noch PRS-Rimfire (Rimfire sind KK-Gewehre die praktisch keinen Lärm erzeugen) auf dem Stiegenhof zu schiessen wurde sofort abgelehnt.

Alles in allem hat man das Gefühl, dass es niemanden interessiert, noch das lösungsorientiert vorgegangen wird, auch ist die Vorlaufzeit von nur 6 Monaten sehr ärgerlich, denn für uns als Verein heisst das, dass wir den Aussenplatz aufgeben und uns in sehr kurzer Zeit neu orientieren, resp. in unserem Falle die Sportart 3Gun aufgeben müssen.
Eine Diskussion über Kompromisse, mögliche Lösungen oder Anpassungen hat nicht stattgefunden, man wurde wie schon im Tegital vor vollendete Tatsachen gestellt.

Einerseits hört man von der Politik und seitens der Armee immer wieder, dass die Schiessvereine das "Rückgrad der Armee" darstellen und sich im Ernstfall an der Verteidigung des Landes beteiligen, andererseits wird genau das Gegeneil gelebt und die zivilen Vereine von den offiziellen Stellen teils sehr unfreundlich behandelt und von den Schiessplätzen verwiesen - ja was den nun ?

Für mich als Verantwortlicher des Jahresprogrammes heisst es nun, ohne den Schiessplatz und mangelns Alternativen auf 3Gun zu verzichten und für die PRS-Rim Abteilung neue Möglichkeiten zu evaluieren - ich werde schauen müssen was noch möglich ist, aber sicherlich mit mit etwas höhrerem Ruhepuls als sonst.